Zertifizierung

Zertifizierungssysteme für Gebäude

Angesichts globaler Entwicklungen wie Klimawandel, knapper werdenden Ressourcen und demografischem Wandel gewinnt Nachhaltigkeit in der Baubranche, sowohl bei Neubau als auch bei Sanierungen, zunehmend an Bedeutung. Zur Förderung des nachhaltigen Bauens in Deutschland und weltweit wurden Zertifizierungssysteme entwickelt, die die ökologische, soziale und ökonomische Qualität von Gebäuden bewerten. Grundlage für die Berechnung der ökologischen Nachhaltigkeit sind sogenannte Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs, Environmental Product Declaration), wie sie das Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) veröffentlicht.

Alle Bewertungssysteme bieten Bauherren vor dem Hintergrund steigender Anforderungen seitens Politik, Nutzern und Investoren unter anderem den Vorteil, die Nachhaltigkeit ihres Gebäudes vergleichbar nach außen darstellen zu können und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit und Vermarktungschancen zu verbessern. Gebäudenutzern bieten die Zertifizierungen vor allem Informationen: entweder auf einfachem Weg über die Gesamtbewertung oder aber in Form einer differenzierten Darstellung der Ergebnisse. Die Zertifizierungssysteme werden fortwährend weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst. Ein Beispiel ist die Version 2015 der DGNB: Die neu im DGNB-System eingeführte Kriteriengruppe „Mobilität“ berücksichtigt zum Beispiel, ob ein Gebäude über Ladestationen für Elektroautos oder -räder verfügt und ob sich in der Nachbarschaft Car- oder Bike-Sharing-Stationen befinden.

 

Deutsches Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB)

Die Grundsystematik zur Bewertung der Nachhaltigkeitsqualität von Gebäuden wurde gemeinsam von der DGNB und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) 2009 entwickelt. Während das BMVBS diese Grundlage passgenau für die Eigenbewertung von Bundesbauten präzisiert hat, entwickelte die DGNB daraus ein vollständiges Zertifizierungssystem für verschiedenste Gebäudenutzungen und Quartieren. Gemeinsames Ziel war es, nachhaltiges Bauen in all seinen Facetten, d.h. unter Einbeziehung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte, und über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zu fördern. Dabei sollten insbesondere deutsche Normen und Regelungen berücksichtigt werden.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB)

Mit dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude steht ein, zum Leitfaden Nachhaltiges Bauen ergänzendes, ganzheitliches quantitatives Bewertungsverfahren für Büro und Verwaltungsbauten zur Verfügung. Die Bemühungen der deutschen Bundesregierung sind dabei darauf gerichtet – mit dem neuartigen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz – ein wissenschaftlich fundiertes und planungsbasiertes Bewertungssystem für nachhaltige Gebäude zu schaffen. Es zeichnet sich durch die umfassende Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden unter Berücksichtigung der ökologischen, ökonomische, soziokulturelle Qualität sowie den technischen und prozessualen Aspekten und durch ein transparent, objektiv nachvollziehbares Bewertungssystem aus und spiegelt damit auch die internationalen Entwicklungen im Bereich Normung zum Nachhaltigen Bauen wieder.

Qualitätssiegel nachhaltiger Wohnungsbau (NaWoh)

Das Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau  ist ebenfalls an das DGNB-System angelehnt. Es ist jedoch kompakter und rechnet sich dadurch auch für typische Anwender des Wohnungsbaus wie Wohnungsbaugesellschaften und -Genossenschaften. Das Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau wird für neue Wohngebäude vergeben, die den Kriterien des Bewertungssystems NaWoh entsprechen und die sich einer Prüfung unterzogen haben. Es erlaubt die Beschreibung und Bewertung der Qualität und Nachhaltigkeit neu zu errichtender Wohngebäude auf freiwilliger Basis.

Die Einhaltung der Beschreibungskriterien und Qualitätsanforderungen werden einer Vollständigkeits- und Konformitätsprüfung unterzogen und mit einer Urkunde bestätigt. Zur Verbesserung der Transparenz werden die Ergebnisse der Beschreibung und Bewertung zusätzlich zum Qualitätssiegel detailliert angegeben und in einem Stärkenprofil – auch als Informationsgrundlage für Dritte – zusammengefasst. Grundlage des Qualitätssiegels Nachhaltiger Wohnungsbau – NaWoh – ist das Bewertungssystem Nachhaltiger Wohnungsbau. Im Schwerpunktbereich „Wohnqualität“ werden zum Beispiel Kriterien wie die funktionale Qualität der Wohnungen, Barrierefreiheit, Stellplätze, Freiflächen, thermischer und visueller Komfort, die Raumluftqualität, die Sicherheit etc. bewertet. Neben einer ausführlichen Behandlung des Bereichs „Wohnqualität“ zeichnet sich das NaWoh-Bewertungssystem durch eine besondere Berücksichtigung der „Technischen Qualität“, „Ökologischen Qualität“, „Ökonomischen Qualität“ und „Prozessqualität“ aus, die ihrerseits wiederum in Teilindikatoren untergliedert sind.

Bewertungssystem Nachhaltiger Kleinwohnhausbau (BNK)

Das BNK-System ist ein nationales Nachhaltigkeitsbewertungssystem für Ein- bis Fünffamilienhäuser, das mit Unterstützung des Bundesbauministeriums der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Mit dem BNK wird das Ziel verfolgt, zukünftig neu zu errichtende Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser mit bis zu fünf Wohneinheiten hinsichtlich ausgewählter Nachhaltigkeitskriterien zu beschreiben und zu bewerten. Die Transparenz sowie die Qualität von Wohngebäuden stehen dabei im Mittelpunkt. So steht im Focus der Bewertung, dass zertifizierte Häuser neben einer verbesserten Bauqualität auch erheblich niedrigere Energie- und Betriebskosten aufweisen. Sie seien somit sicherer und komfortabler und würden die Gesundheit ihrer Bewohner fördern.

Hauptkriterien dabei sind die soziokulturelle und funktionale, die ökonomische und ökologische Qualität sowie die Prozessqualität. Alle vier Hauptkategorien sind zudem noch einmal in Einzelkriterien untergliedert. So beinhaltet beispielsweise die ökonomische Qualität ausgewählte Kosten im Lebenszyklus, die ökologische Qualität unter anderem die Ökobilanz und die Prozessqualität Beratungsgespräche und Zielvereinbarungen, eine Gebäudeakte inklusive einem Nutzerhandbuch sowie die Qualitätssicherung.

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Services:

 

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Holzbau in NRW

Zur Umsetzung von anspruchsvollen Holzbauprojekten verfügt NRW über eine Vielzahl von leistungsstarken und innovativen Partnern, sei es im Bereich der Hersteller von Holzbauprodukten und der ausführenden Holzbauunternehmen oder bei Planern und Architekten. Darunter befindet sich eine Vielzahl von „hidden champions“, die europaweit (Holz-) Bauprojekte realisieren.

Insgesamt umfasst der Holzbau in NRW fast 3.000 Unternehmen, darunter sowohl Betriebe mit bundesweiter Spitzenstellung und bis zu 480 Beschäftigten als auch eine Vielzahl von Betrieben des Zimmererhandwerks. NRW stellt nach Bayern und Baden-Württemberg einen der wichtigsten Konzentrationsstandorte im Bereich des Holzbaus dar.

Insbesondere standardisierte Holzbaukonzepte für kleinere Wohneinheiten ermöglichen eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in den Städten und Gemeinden von NRW. Diese können schnell und kostengünstig durch qualifizierte Zimmereibetriebe „vor Ort“ und in der Fläche umgesetzt werden. Dadurch können die Kapazitäten der Branche zur schnellen Bereitstellung von Wohnraum zusätzlich und deutlich gesteigert werden.