Qualitätssicherung

Prüfen, überwachen und Zertifizieren (PÜZ)

Die i.d.R. bei Material-Prüfämtern und Hochschulen angesiedelten PÜZ-Stellen führen nicht nur die Zertifizierungen, sondern auch die halbjährlichen Fremdüberwachungen bei den Holzbauunternehmen durch. Dabei wird von der Wareneingangskontrolle über die Verarbeitung bis hin zur Fertigstellung des Bauproduktes jeder Prozess stichprobenartig geprüft. Ein wesentlicher Bestandteil der Fremdüberwachung liegt auch in der Überprüfung der werkseigenen Produktionskontrolle. Auch bei der Montage der Bauteile auf der Baustelle erfolgt eine stichprobenartige Kontrolle. Insgesamt kann so vom Wareneingang bis zur Fertigstellung eines Gebäudes oder Bauabschnittes jeder Prozess nachvollzogen werden. Die Überwachung der einzelnen Prozesse durch externe Prüfingenieure erhöht somit die Einhaltung aller baurechtlich geforderten Notwendigkeiten und sichert so ein hohes Maß an Qualität.

Einhaltung der Güte- und Prüfbestimmungen

Grundlage der Überwachung sind die Güte- und Prüfbestimmungen der jeweiligen RAL-Gütezeichen. Diese beinhalten zu jeder Zeit die anerkannten Regeln der Technik sowie darüber hinaus festgelegte Forderungen. Als Grundlage der Überwachung wird z.B. im Bereich des Holzhausbaus die „Richtlinie für die Überwachung und Zertifizierung von werksseitig vorgefertigten, beidseitig bekleideten oder beplankten Wand-, Decken- und Dachtafeln für Holzhäuser in Tafelbauart nach DIN 1052“ herangezogen. Die Mitglieder der Gütegemeinschaften verpflichten sich freiwillig, Maßnahmen für die Qualitätssicherung zu beachten, die über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen.

Hierzu zählen unter anderem sowohl planerische Anforderungen in Form einer dokumentierten, den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Bauplanung mit den bautechnisch erforderlichen Nachweisen als auch betriebliche Anforderungen in Bezug auf die Wareneingangskontrolle, fachgerechte  Lagerung der Materialien sowie die technische Ausstattung von Produktionsstätten. Weitere Kriterien sind die Beschäftigung von qualifiziertem, regelmäßig geschultem Personal sowie Anforderungen an die organisatorischen Maßnahmen in Form von Fremdüberwachungen und werkseigenen Produktionskontrollen.

Um die RAL – Gütezeichen zu erhalten, verpflichten sich die Unternehmen zur regelmäßigen, von unabhängigen Sachverständigen oder bauordnungsrechtlich anerkannten Überwachungsstellen durchgeführten Überprüfung ihrer Herstellungs- und Montagearbeit.

Entspricht das Unternehmen in allen Punkten den Anforderungen, erfolgt die Verleihung des RAL – Gütezeichens.

Gütezeichen für den Holzhausbau

Gütegemeinschaft Holzbau, Ausbau, Dachbau
www.ghad.de

Bundes-Gütegemeinschaft Montagebau und Fertighäuser e.V.
www.guetesicherung-bau.de

Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V.
www.fertigbau.de

Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau
www.fertigbau.de

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Holzbau in NRW

Zur Umsetzung von anspruchsvollen Holzbauprojekten verfügt NRW über eine Vielzahl von leistungsstarken und innovativen Partnern, sei es im Bereich der Hersteller von Holzbauprodukten und der ausführenden Holzbauunternehmen oder bei Planern und Architekten. Darunter befindet sich eine Vielzahl von „hidden champions“, die europaweit (Holz-) Bauprojekte realisieren.

Insgesamt umfasst der Holzbau in NRW fast 3.000 Unternehmen, darunter sowohl Betriebe mit bundesweiter Spitzenstellung und bis zu 480 Beschäftigten als auch eine Vielzahl von Betrieben des Zimmererhandwerks. NRW stellt nach Bayern und Baden-Württemberg einen der wichtigsten Konzentrationsstandorte im Bereich des Holzbaus dar.

Insbesondere standardisierte Holzbaukonzepte für kleinere Wohneinheiten ermöglichen eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in den Städten und Gemeinden von NRW. Diese können schnell und kostengünstig durch qualifizierte Zimmereibetriebe „vor Ort“ und in der Fläche umgesetzt werden. Dadurch können die Kapazitäten der Branche zur schnellen Bereitstellung von Wohnraum zusätzlich und deutlich gesteigert werden.