Brandschutz

Im nachstehenden Beitrag werden die Brandschutzanforderungen der z.Zt. geltenden BauO NRW in Bezug auf den Bau mehrgeschossiger Holzgebäude und die Unterbringung von Flüchtlingen sowie Brandschutzkonzepte als “Maßanfertigungen“ für den konstruktiven und technischen Brandschutz beschrieben. Es ist zwischen den Anforderungen des konstruktiven Brandschutzes und ggf. nutzungsabhängigen Anforderungen an den funktionalen ggf. technischen Brandschutz zu unterscheiden.

Konstruktiver Brandschutz:

Für Holzgebäude bestehen die gleichen Anforderungen an den konstruktiven Brandschutz wie für Bauten aus anderen Baumaterialien.

Die geltende Bauordnung (BauO NRW) unterscheidet nach Gebäuden geringer Höhe und Gebäude nicht geringer Höhe.

 

Nach BauO NRW (März 2000):

Für Gebäude geringer Höhe sind Brandschutzanforderungen definiert, die mit üblichen Holzbauweisen problemlos erreicht werden können.

Die Brandschutzanforderungen für Gebäude nicht geringer Höhe sehen derzeit keine Holzbauweisen vor. Sonderlösungen sind nur in Abstimmung mit den Bauaufsichtsbehörden möglich.

Bei großflächigen Gebäuden, die vollständig in Holzbauweisen errichtet werden sollen, können hinsichtliche des konstruktiven Brandschutzes Abweichungen von der BauO NRW nötig werden (z.B. Brandwände, Wände notwendiger Treppenräume und Gebäudetrennwände).

Hier muss der Planer abwägen, ob er das Risiko der Abweichung allein trägt, oder ein Brandschutzkonzept anfertigen (lässt), bei dem z.B. ein Brandschutz-Sachverständiger das Risiko beurteilt.

 

Nutzungsabhängige Anforderungen an den Brandschutz

Flüchtlingsunterkünfte werden in NRW bisher nicht pauschal als Sonderbauten eingestuft. Ein eigenes Brandschutzkonzept ist somit nicht pauschal erforderlich

Entscheidend für die Frage, ob ein Sonderbau vorliegt, sind die Art der Unterbringung und die Größe des Objekts.

Bei einer Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen mit eigenständiger Haushaltsführung, gelten die Brandschutzbestimmungen für Wohngebäude, die in der BauO NRW erfasst sind.

Bei einer Unterbringung in Beherbergungsbetrieben gelten die Brandschutzbestimmungen gem. § 48 SBauVO (Beherbergungsbetriebe).

Bei einer Unterbringung in Wohnheimen sollten Brandschutzanforderungen in Abwägung von Nutzerzahlen und Bauweise definiert werden. Hierzu ist in der Regel eine „maßgeschneiderte“ Lösung in Form eines Brandschutzkonzepts erforderlich.

 

Brandschutzkonzept:

Das Brandschutzkonzept benennt konkrete Anforderungen an den konstruktiven und technischen Brandschutz. Sie sind individuelle “Maßanfertigungen“ für die jeweilige Bauaufgabe und Nutzung am jeweiligen Bauort.

Mit Hilfe von Brandschutzkonzepten können spezifische Risiken durch Bauweise, städtebaulicher Situation und Infrastruktur sowie der Nutzung dargestellt werden.

Bei großflächigen Holzbauten sollten im Rahmen des Brandschutzkonzepts beachtet werden:

  • Zusätzlicher Eintrag von Brandlasten
  • Beteiligung an der Rauchgasentwicklung und an Pyrolyseprodukten
  • Schwer bekämpfbare Hohlraumbrände (bei bestimmten Holzbauweisen)
  • Gefahr von Nachentzündungen
  • Bildung von Glutnestern
  • Brandentstehung innerhalb der Konstruktion (Kurzschluss o.ä.)
  • Brandeinleitung und Brandweiterleitung über Installation
  • Rauchweiterleitung über Anschlüsse

Brandschutzkonzepte benennen Forderungen an Baustoffe und Baukonstruktionen, beinhalten Flucht- und Rettungswege und Alarmierungen. Im Ernstfall sollen alle Maßnahmen, den Nutzern und ihren Rettern Zeit verschaffen sollen, um sich und andere zu retten.

Daher sollte das Brandschutzkonzept immer auch mit einer Fachbauleidung Brandschutz kombiniert werden.

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Insgesamt umfasst der Holzbau in NRW fast 3.000 Unternehmen, darunter sowohl Betriebe mit bundesweiter Spitzenstellung und bis zu 480 Beschäftigten als auch eine Vielzahl von Betrieben des Zimmererhandwerks. NRW stellt nach Bayern und Baden-Württemberg einen der wichtigsten Konzentrationsstandorte im Bereich des Holzbaus dar.

Insbesondere standardisierte Holzbaukonzepte für kleinere Wohneinheiten ermöglichen eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in den Städten und Gemeinden von NRW. Diese können schnell und kostengünstig durch qualifizierte Zimmereibetriebe „vor Ort“ und in der Fläche umgesetzt werden. Dadurch können die Kapazitäten der Branche zur schnellen Bereitstellung von Wohnraum zusätzlich und deutlich gesteigert werden.